Wo würde man ihn vermuten? In China? In Nordkorea, die voller Begeisterung alles militärische gerne in die Unterwelt verbannen oder etwa Russland? Auch der USA wäre so etwas zuzutrauen. Aber sie haben ihn nicht:

Den größte unterirdische Flottenstützpunkt der Welt.

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Aus der Luft nur schwer erkennbar: Flottenstützpunkt Muskö

Die atomsichere Anlage mit einer Ausdehnung von sage und schreibe fast 30 Kilometern, die eigene Werften (!) unterhält und im Kriegsfalle 2.400 Menschen Obdach und Arbeit bietet, liegt in...der Ostsee.

Im Schärengarten vor der schwedischen Hauptstadt Stockholm arbeiten heute noch rund 300 Zivilisten und eine Handvoll schwedischer Offiziere.

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Kurz nach Ende des 2. Weltkrieges suchte man in Schweden nach einem sicheren Stützpunkt für seine Flotte. 1951 entschied man sich für die Insel Muskö und begann mit dem Ausbau, der bis 1969 dauern sollte. Schweden war reich und wurde durch seine Neutralität vor Kriegswirren verschont. 600 Arbeiter bauten so eine riesige, unterirdische Marinewerft nebst Kommandozentrale, Treibstofflager, eigenem Kraftwerk und Lagerhäuser. Eine kleine unterirische Stadt entstand, die 1964 dann auch noch durch einen drei Kilometer langen Tunnel mit dem Festland verbunden wurde.

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Hinter dem Haupttor führt ein langer Gang in den Felsen hinein. In 70 m Tiefe trifft man auf drei Ebenen auf die rund 300 Zivilisten und ein paar Offiziere der schwedischen Marine, die sich hier eine aussergewöhnliche und von außen kaum wahrnehmbare Arbeitsstelle teilen. Die dichten Kiefernwälder, die das Granitgebirge auf der Insel aus der Luft harmlos und unverdächtig erscheinen lassen, verbergen das technische Meisterwerk vor allzu neugierigen Augen.

Muskö besitz drei Trockendocks für Schiffe bis zu 140 m Länge. Natürlich gibt es auch Büros, Besprechungszimmer, eine Großküche und ein Munitions- und Torpedolager.

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Kaum zu glauben, aber im Ernstfall können bis zu 30 Schiffe in diesem wohl unnauffälligsten Hafen der Welt Schutz finden.

Die kleinen für die schwedischen Küstengewässer gebauten U- Boote laufen Muskö häufig an, um sich zu versorgen. Sie haben eine eigene „Höhle“ nur für sich.

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Heute spielt Muskö keine wirkliche Rolle mehr. Man hat es und man behält es, aber man gedenkt, alle zivilen Einrichtungen in diesem Stützpunkt zu privatisieren. Ihre Verteidigungsfähigkeit jedoch will sich die schwedische Krone trotz Entspannung zum Osten dennoch nicht nehmen lassen.

Glückliche Schweden...